Eppingen Die GPS-Funktion spielt eine wichtige Rolle: Sie zeigt die genaue Route und erkennt automatisch, wenn sich Mitarbeitende in der Nähe eines Objekts befinden. „Man muss nicht mehr lange suchen, wo der Kübel eigentlich steht“, so Rook. Und selbst in Bereichen ohne Netz funktioniert das System dank Offline-Modus; synchronisiert wird später. Über diese Methode werden alle dürren und abgestorbenen Bäume im Flur erfasst und während der Gehölzsaison entfernt. Ebenso das entstandene Reisig beim maschi- nellen Schneiden der Flurhecken, das nach zusammenschieben mit dem Radlader in entsprechenden Aufträgen durch die Mitarbeiten- den erfasst und dann durch den Lkw abgefahren wird. Eppingen nutzt EineStadt je- doch nicht nur fürs Gießen. Seit 2020 sind öffentliche Objekte wie Sitzbänke, Spielplätze, Hunde- beutelspender, Müllbehälter und die Gehölzpflege Teil der digitalen Objektverwaltung in der Großen Kreisstadt. Durch GPS-Kartendarstellung, Foto-Upload und Kommentar- funktion können Mitarbeitende schnell digital festhalten und er- kennen, wenn zum Beispiel eine Bank beschädigt ist, Jungbäume Trockenschäden aufzeigen oder ein Spielplatz nach einem Sturmereig- nis besondere Pflege benötigt. Kata Rook erklärt: „Wenn wir unterwegs sind und uns etwas auffällt – sei es Müll, beschädigte Einrichtung oder Gehölz, das Pflege nötig hat, tragen wir es direkt in der App ein. Dann ist klar, wer zuständig ist und wann reagiert wird.“ Auch Markus Rook, Kata Rooks Kollege und Ehemann, ist heute unterwegs und bekommt in der App prompt einen Auftrag zur Ent- fernung eines abgebrochenen Asts. „Das wurde von Kollegen beim Mähen im Flur entdeckt und sofort in die dafür angelegten Aufträge eingetragen. Ich sehe den Standort und die Beschreibung, kann raus- fahren und mich darum kümmern.“ Ob wie hier bei der Gehölzpflege oder bei Schäden an Spielplätzen und Bänken – viele Aufgaben am Bauhof werden nicht mehr wie früher über einen Anruf oder ein Memo verteilt. Stattdessen ge- schieht dies heute direkt über die App EineStadt. So werden auch die jährliche Reinigung und Instand- setzung der Sitzbänke sowie die Kontrollen der Nisthöhlen in der Gesamtstadt automatisch organi- siert und durchgeführt. Für Bauhofleiter Kuhmann beson- ders wertvoll sind die automatisch erzeugten Daten und Auswertun- gen. Waren früher Zettel, Erinne- rungen und informelle Absprachen gang und gebe, liefert die App jetzt greifbare Zahlen: Welche Objekte wurden wann gewässert? Welcher Mitarbeitende war beteiligt? Bei Be- darf ist es sogar möglich, festzuhal- ten, wie viele Liter Wasser flossen oder wie lange der Einsatz dauerte. PDF und Excel/CSV-Exporte er- möglichen es zudem, die Daten in Berichten zu nutzen – etwa für in- terne Rücksprachen, Budgetplanun- gen oder für Verhandlungen, wenn es um Zuschüsse oder kommunale Förderprogramme geht. Bauhofleiter Kuhmann bringt es auf den Punkt: „Wenn jemand fragt, ob etwas gemacht wurde, ob Gießen, Kontrolle oder Reparatur, können wir jetzt belegen, dass es geschah, an welchem Tag, von wem und wie gründlich. Das war vorher oft Vertrauenssache; jetzt ist es do- kumentiert.“ Das Zusammenspiel von Planung, Durchführung und Dokumentation reduziert in Eppingen deutlich den Aufwand: Wege werden optimiert, weil klar ist, welche Objekte auf einer Route liegen. Überschnei- dungen im Arbeitseinsatz gibt es kaum noch. Gleichzeitig steigt die Verlässlich- keit: Objekte draußen, in Randlagen oder versteckt zwischen Bäumen, werden nicht mehr übersehen. Auch die Nachhaltigkeit wird ge- stärkt: Wasser wird gezielter ein- gesetzt, Überwässerung und unnö- tiges Nachgießen reduziert. Papier wird eingespart, weil kein analoger Zettel mehr nötig ist. Mitarbeitende äußern insgesamt mehr Zufrieden- heit, weil die Aufgaben klar sind und das Gefühl der Kontrolle durch Transparenz ersetzt wird. Die Einführung der Gießanwen- dung von EineStadt in Eppingen zeigt, wie Digitalisierung die öffent- liche Arbeit effizienter und profes- sioneller machen kann: EineStadt überlässt Grünflächen, Bänke, Spiel- plätze, Gehölze und andere Objekte nicht mehr dem Zufall, sondern plant und verwaltet systematisch. Für Kommunen, die sich auf immer heißere Sommer und begrenzte Ressourcen einstellen müssen, ist das ein Modell – mit echtem Mehr- wert in Effizienz, Nachhaltigkeit und Mitarbeiterzufriedenheit. Stefanie Fiedler ist freie Journalistin in Augsburg. www.kommune21.de Kommune21 · 06/2026 41