Interview derungen wie den Fachkräfteman- gel zu finden und gleichzeitig im Dienstleistungsbereich zu wachsen, ohne die Organisation unnötig zu belasten. Wie wird sich das Lösungsportfolio von ekom21 in Zukunft durch neue Technologien wie Künstliche Intelligenz entwickeln? Kuban: Der konkrete Bedarf zeigt sich darin, dass wir den umfangrei- chen Datenschatz der Verwaltung mithilfe von Künstlicher Intelligenz zum Nutzen unserer Kunden analy- sieren wollen. Unser Ziel ist es, aus den Zahlen, Daten und Fakten der Kommunen neue Einsichten zu ge- winnen, um die Entscheidungsfin- dung in der Verwaltung zu erleich- tern. Wir wollen unseren Kunden ermöglichen, ihre Bürgerinnen und Bürger besser und schneller zu in- formieren. Hier sehen wir durchaus vielfältige Einsatzmöglichkeiten für KI. Ein Beispiel ist unsere Arbeit im Bereich der Bildanalyse, wo wir bereits KI einsetzen, um beispiels- weise Unschärfen in Katastern zu erkennen. Auch im Support evalu- ieren wir KI, um die Umwandlung von Sprache in Text zu erleichtern. Dadurch lassen sich Daten schneller aufbereiten, sodass die Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter schneller reagieren können. Obwohl wir bei der Analyse strukturierter Daten aus Datenschutzgründen vorsichtig sind, sehen wir auch hier viele Mög- lichkeiten, wertvolle Erkenntnisse zu schöpfen, zum Beispiel bei den Fachverfahren und Registern. Die Integration von Künstlicher Intelli- genz eröffnet somit neue Horizonte für unser Lösungsportfolio. Herr Drexelius, die Themen Smart City und Smart Region beschäftigen derzeit viele Kommunen. Können Sie einen Überblick über die aktuellen He- rausforderungen für Kommunen geben? Drexelius: Eine Herausforderung besteht darin, den Kommunen den Mehrwert von Smart-City-Ansätzen zu vermitteln, insbesondere wenn es darum geht, den Stadtrat davon zu überzeugen, Geld für die Instal- lation von Sensoren auf Parkplätzen oder die Verbesserung des Ver- kehrsflusses durch KI-gesteuerte Ampelschaltungen auszugeben. Spätestens seit dem Hochwasser im Ahrtal ist klar geworden, dass eine entsprechende Sensorik die Folgen solcher Naturkatastrophen abmildern könnte. Beispielsweise könnten Sensoren auch helfen, Trockenheit zu erkennen und den optimalen Zeitpunkt für das Gie- ßen von Pflanzen zu bestimmen oder Waldbrände frühzeitig zu er- kennen, um Rettungsmaßnahmen schnell einleiten zu können. Es ist wichtig, zu betonen, dass Smart City ein interkommunales Thema ist, insbesondere im Kontext des Katastrophenschutzes. Eine weite- re Herausforderung besteht darin, deutlich zu machen, dass nachhal- tige Ansätze notwendig sind, um die Lebensqualität in Städten und Regionen zu verbessern. Die viel- fältigen Mehrwerte von Smart-City- Konzepten müssen daher erkannt und kommuniziert werden. Welche Rolle spielt eine Datenplatt- form in den Lösungen von ekom21 für Smart City und Smart Region? Drexelius: Unsere urbane Daten- plattform, wie sie beispielsweise in Frankfurt und Darmstadt im Ein- satz ist, ist für uns ein zentrales In- strument, um Daten zu analysieren und Erkenntnisse zu gewinnen, die wiederum in konkrete Maßnahmen münden. Eine Plattform, die Daten in Echtzeit verarbeiten und weiter- geben kann, ist dabei von enormer Bedeutung. Wir haben auch die Möglichkeit, die Datenplattform mit anderen Lösungen, wie zum Beispiel der civento-Plattform, zu verknüpfen, was zusätzliche Mehr- werte schafft. Welche Partnerschaften und Koopera- tionen ist ekom21 zur Umsetzung dieser Datenplattformlösungen eingegangen? Kuban: Beim Thema Smart City ist die Vernetzung von entscheidender Bedeutung. Kommunen tauschen ihre Erfahrungen aus, und wir stre- ben ein stetig wachsendes Partner- netzwerk an. Die Kommunen mel- den ihre Bedürfnisse und wir suchen Partner für spezifische Lösungen, die dann angedockt werden, damit die Lösungen für viele weitere Kom- munen wiederverwendbar sind. Drexelius: Ein wichtiger Partner in diesem Zusammenhang ist die Fir- ma [ui!], welche die Datenplattform mit uns stetig weiterentwickelt. In vielen anderen Bereichen arbeiten wir mit verschiedenen Partnern zusammen, insbesondere im Be- reich der Sensorik. Wichtig sind für uns auch die Energieversorger und Stadtwerke, mit denen wir im Rahmen von Smart-City-Projekten in engem Austausch stehen. Die wichtigsten Partner sind aber die Kommunen selbst. Sie geben vor, wohin die Reise gehen soll, und wir setzen das um. Dabei ist es nicht so wichtig, von welchem konkreten Anbieter die Lösung kommt – ent- scheidend ist, dass die Kommunen ihre Ziele erreichen können. Interview: Alexander Schaeff 12 Kommune21 · 01/2024 www.kommune21.de