mit den jeweiligen Trägern geprüft, ob eine Zusammenlegung der verbleibenden Gruppen innerhalb einer Einrichtung möglich ist. In Kitas mit vielen Gruppen kann eine Reduktion der Gruppenanzahl sinnvoll sein, vor allem, wenn die Möglichkeit besteht, die sinkende Kinderzahl durch eine veränderte Ausrichtung mit entsprechenden Angeboten, etwa als integrative Nun haben sie die Möglichkeit, sich zwischen den beiden Syste- men Kita und Kindertagespflege zu entscheiden. Aber auch zwischen den Kitas steigt der Wettbewerb. „Wir beobachten seit knapp zwei Jahren eine deutlich ansteigende Wechselrate von Kindern zwischen Kitas: Das große Angebot bietet den Eltern die Chance, nicht nur irgend- einen, sondern den Platz in ihrer Wunschkita zu bekom- men“, resumiert Frank Siebert, Geschäftsführer von Trinuts, dem Anbieter von kitaVM, einer um- fassenden webbasierten Lösung zur Anmeldung, Vergabe, Verwaltung und Abrechnung von Kita- und Tagespflegeplätzen. Eltern haben die Wahl: Kita oder Kindertagespflege. Auf der einen Seite ist die Existenzgrundlage der selbstständig tätigen Ta g e s p f l e g e p e r s o n e n gefährdet, auf der anderen Seite stehen die unflexiblen, weil lang- fristig geplanten und geförderten Kapazitäten in den Kitas. Welche Möglichkeiten haben die Kom- munen, aus dieser Zwickmühle herauszukommen? „Es gibt keine pauschale Antwort auf diese Frage, denn die jeweilige Lage bei unseren Kunden unterscheidet sich schon innerhalb eines Bundeslandes teils stark“, schätzt Siebert die Situation ein. In manchen Jugendämtern wird nun besonders bei Einrichtungen mit auslaufenden Förderungen oder anstehenden Sanierungen geprüft, ob ein Weiterbetrieb sinn- voll beziehungsweise rentabel ist. Dies kann auch kleine Kitas mit beispielsweise nur zwei Gruppen betreffen. Hier wird in Gesprächen Kita, zu kompensieren. Zumindest das wachsende Problem des Perso- nalmangels wird durch die aktuelle Entwicklung etwas entschärft. Auch in der Kindertagespflege lässt sich erkennen, dass sich die Tagespflegepersonen allmählich auf die veränderte Situation einstellen. Viele gehen von einem Teilzeitan- gebot mit drei oder vier Tagen pro Woche zu einer Fünf-Tage-Woche über. Außerdem sieht man, dass das Angebot an Randzeit-, Wochenend- und Rund-um-die-Uhr-Betreuung (wichtig für im Schichtbetrieb arbeitende Eltern) zunimmt. Der Rechtsanspruch auf Nachmittags- betreuung bietet den Tagespflegen ebenfalls Chancen, sich von sinken- den Geburtenraten abzukoppeln. Außerdem bewerben die Kommu- nen vermehrt die Möglichkeit zur Kita-Lösungen Qualifizierung als Kita-Fachkraft, zum Beispiel QiK in Nordrhein- Westfalen. i . m o c . e b o d a k c o t s / n m z u K y e r d n A Egal wie – die Kommunen sind gefragt, gemeinsam mit Trägern und Tagespflegepersonen zu prü- fen, wie sie auf die Folgen des demografischen Wandels reagieren können und müssen. Dafür ist eine exakte, aktuelle Zahlenbasis uner- lässlich. „Ohne entspre- chende Planungs- und Vergabesysteme wird es schwierig, in diesem der- zeit volatilen Umfeld den Überblick zu wahren“, ist sich Frank Siebert sicher. Das fängt schon mit der genauen Erfassung der Bedarfe an. Für eine valide Entscheidung der Eltern zwischen Tagespflege und Krippe braucht es außer- dem eine Plattform, auf der sich beide Systeme gleichberechtigt und für die Eltern transparent mit ihren jeweiligen Angeboten und Schwerpunkten präsentieren können. Es ist außerdem sinnvoll, die Systeme für die Planung und Ver- gabe von Kitaplätzen eng mit der Tagespflegeverwaltung zu koppeln. Ein integriertes System bietet die Möglichkeit, schon in einem frühen Stadium Tagespflege-Kinder in der Bedarfsplanung zu berücksichtigen. Andererseits ist die Kenntnis über die aktuelle Belegungssituation in den Tagespflegen vor Ort wichtig, wenn es darum geht, welches Kind eine Zusage erhalten soll sowie ob und wo Kitas geschlossen oder zusammengelegt werden können. Annette Steidle ist Marketingleiterin der Trinuts GmbH. www.kommune21.de Kommune21 · 10/2025 31