Leipzig nicht mehr manuell bearbeitet wer- den müssen. Und das Wissen selbst profitiert von einer KI-gestützten Qualitätssicherung, die Wider- sprüche aufdeckt und Aktualisie- rungsbedarf signalisiert. Man kann hier von einer Demokratisierung des Wissens sprechen, denn der KI-Fuchs nivelliert hierarchische Wissensstrukturen und macht Ex- pertise unabhängig von Personen und Positionen zugänglich. nehmigungsprozessen. Die Stadt Leipzig nutzt diese Erkenntnisse aktiv und prüft derzeit, ob und in welcher Form die Ausbildung interner Wissensmanagerinnen und Wissensmanager sinnvoll ist. In Workshops wird systematisch erfasst, wo Optimierungspotenzi- ale liegen. Der KI-Fuchs liefert die Datengrundlage, die menschliche Expertise bewertet die Ergebnisse und entwickelt Lösungen. Doch der KI-Fuchs kann noch mehr: Er wird zum Werkzeug für systematischen Bürokratieabbau. Denn während das System interne Anfragen bearbeitet, analysiert es nebenbei die zugrunde liegenden Prozesse und Dokumente. Diese Transparenz ist Gold wert. Erstmals lässt sich datenbasiert erkennen, welche internen Prozesse optimie- rungsbedürftig sind und wo sich Digitalisierung wirklich lohnt. Der KI-Fuchs zeigt auf, wo bürokrati- sche Hürden bestehen, die eigent- lich überflüssig sind. Er identifiziert Redundanzen in Dokumenten und Abläufen. Und er macht sichtbar, wo Regelwerke so komplex ge- worden sind, dass selbst erfahrene Mitarbeitende Mühe haben, sie anzuwenden. Ein konkretes Beispiel: Wenn das System bei der Suche nach bestimmten Regelungen immer wieder auf widersprüchliche oder veraltete Passagen in Dienstan- weisungen stößt, signalisiert es Handlungsbedarf. Die internen Vorschriften können dann gezielt überarbeitet werden – verständ- licher formuliert, konsistenter in der Anwendung, effizienter in der Umsetzung. Das gleiche Prinzip funktioniert bei Verfahrensbe- schreibungen oder internen Ge- Dabei wird Künstliche Intelligenz den Menschen nicht vollständig ersetzten. Im Gegenteil: Die KI übernimmt repetitive Aufgaben und schafft dadurch Freiräume für an- spruchsvolle Tätigkeiten, die echte Fachkompetenz und menschliches Urteilsvermögen erfordern. Kom- plexe Einzelfälle, Ermessensent- scheidungen, Beratungsgespräche – hier bleibt der Mensch unverzicht- bar. Die KI fungiert als intelligenter Assistent, der zuarbeitet, entlastet und dabei unterstützt, bessere Ent- scheidungen zu treffen. Natürlich gibt es auch Herausfor- derungen. Die Aktualität der Daten im KI-Fuchs muss kontinuierlich gewährleistet werden – veraltete Informationen führen zu falschen Auskünften. Die Qualität der ein- gelesenen Daten, das sogenannte Embedding, entscheidet über die Antwortqualität. Und nicht zu- letzt braucht es Akzeptanz bei den Mitarbeitenden, die das System nutzen und mit Leben füllen sollen. Leipzig begegnet diesen Herausfor- derungen mit einem durchdachten Change-Management: Sensibili- sierungspapiere erklären die Tech- nologie verständlich, Schulungen befähigen zur praktischen Nutzung, und ein Experimentierraum lädt zum Ausprobieren ein. Die Devise lautet: „Nur KI(ne) Panik“ – ein Wortspiel, das Programm ist. Was Leipzig vormacht, ist grund- sätzlich auf andere Kommunen übertragbar. Die Open-Source-Basis ermöglicht es, das System ohne Li- zenzkosten zu nutzen und an eigene Bedürfnisse anzupassen. Kleinere Kommunen können in Kooperation profitieren, größere Städte können das Modell ausbauen und weiter- entwickeln. Der KI-Fuchs zeigt exemplarisch, wie Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung sinnvoll eingesetzt werden kann: technisch souverän, datenschutzkonform, ef- fizient und mit klarem Nutzen für Mitarbeitende und Bürgerschaft. Und er demonstriert, dass KI nicht nur Prozesse beschleunigt, sondern auch hilft, Bürokratie kritisch zu hinterfragen und gezielt abzubauen. „Künstliche Intelligenz ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um die Arbeit der Verwaltung zu verbessern. Ob bei der Beschleunigung von Verwal- tungsprozessen, der Optimierung von Verkehrsströmen oder der Unterstützung unserer Mitarbei- tenden – KI hilft uns, effizienter, transparenter und bürgernäher zu handeln. Wichtig ist uns dabei immer der verantwortungsvolle Umgang mit Daten und die klare Orientierung am Gemeinwohl“, kommentiert Tino Beirau, Leiter IT-Servicemanagement im Amt für Digitalisierung und Organisation der Stadt Leipzig. Daniel Krüger ist als IT-Innovationsma- nager für die Koordination KI & Auto- matisierung im Amt für Digitalisierung und Organisation der Stadt Leipzig tätig. www.kommune21.de Kommune21 · 01/2026 27